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GEOGRAPHISCHE DELINEATION DES ZU DENEN KUHR SAECHSISCHEN LANDEN GEHOERIGEN MARGGRAFTUMS OBERLAUSITZ

Auch nach Kamenz wirft die 3. Sächsische Landesausstellung ihre Schatten voraus. Diese in Görlitz stattfindende Schau wird sich des Themas „Via Regia“ annehmen. Es handelt sich dabei um die bedeutendste und längste europäische Überlandverbindung, die von der Iberischen Halbinsel im Westen bis in die Ukraine nach Osten reichende Handels-, Heer- und Pilgerstraße; volkstümlich „Hohe Straße“ genannt.

In Vorbereitung auf diese Landesausstellung haben auch die Städtischen Sammlungen Kamenz – insbesondere die Stadtgeschichte und das Stadtarchiv – Nachforschungen in ihren historischen Quellen vorgenommen, um mit neuen Ergebnissen aufzuwarten. Zu den Quellen zählt vor allem eine Akte des Stadtarchivs, die sich mit dem Straßenbau in und um Kamenz seit der Mitte des 16. Jahrhunderts befasst.

Da diese Akte jedoch keine Abbildungen beinhaltet, bemühten sich die Städtischen Sammlungen Kamenz um Materialien, mit deren Hilfe die Via Regia bzw. Hohe Straße visualisiert werden könnte. Neben historischen Ansichten galt dies zudem für Landkarten.

Vor wenigen Tagen konnte das Stadtarchiv Kamenz seinen Bestand an Landkarten um ein besonderes Stück vergrößern, das unter Karthographie-Experten zu den detailliertesten seiner Zeit gehört. Es handelt sich dabei um den 1759 bei Peter Schenk in Amsterdam gestochenen Kupferstich. Er setzt sich aus vier Drucken zusammen, bei denen lediglich die Landesgrenzen farblich hervorgehoben sind. Der Stich zeigt die geographischen Verhältnisse der Oberlausitz in der Mitte des 18. Jahrhunderts und ist somit auch hinsichtlich der Forschung zur Lebenswelt von Gotthold Ephraim Lessing von außerordentlicher Bedeutung. Eine ausführliche Legende beschreibt die unterschiedlichen Beizeichen in der Karte, mit deren Hilfe die einzelnen Städte, Flecke, Rittergüter und Dorfschaften näher beschrieben werden können. So finden sich unter anderem auch Eintragungen zu Festungen, Schanzen, Zollstellen, Bergwerken, Steinbrüchen, Glashütten, Ziegeleien, Schmieden, Pechöfen, Schäfereien, Mühlen, Gymnasien oder berühmte Schulen. Vielen Orten und Gebieten sind die landläufigen Namen oder weitergehende Besonderheiten beigefügt. So ist beispielsweise auf dem Kamenzer Hutberg ein „Huth Häusel“ eingezeichnet. Allerdings sind auch Fehler in der Schreibweise geographischer Bezeichnungen auszumachen, die die üblichen orthographischen Varianten der Schreibart von Namen übersteigen.

Vor allem aber ist sehr eingehend das Straßennetz wiedergegeben. Die Kennzeichnung der Postwechselstellen ist für den damaligen Fuhr- und Personenverkehr von nicht zu unterschätzender Bedeutung gewesen. Unter den Straßen befinden sich zudem diejenigen, die den Verlauf der Via Regia durch die Oberlausitz darstellen. Sie beweisen, dass nicht nur eine Streckenführung allein existierte, sondern dass ein Korridor mehrere Routenvarianten ermöglichte und eine größere Anzahl von Ortschaften am Handel auf der Hohen Straße Anteil nehmen ließ.

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